Mittwoch, 19. September 2018

Die Gefangnenen der Buschbanditen 03


Ich weiß nicht, wie lange ich mit Jakob gefesselt und geknebelt an dem Baum stand. Immer wieder machten wir verzweifelte Versuche, an unseren Fesseln zu zerren, oder durch unsere Knebel hindurch um Hilfe zu rufen. Zwecklos. Wir würden nicht in der Lage sein, unsere Chefin Helma zu warnen oder ihre Gefangennahme irgendwie zu verhindern. Von der Stelle wo wir standen, konnten wir ein Stück der Straße einsehen und irgendwann sahen wir, wie der große Safarijeep, der bis zu zehn Leuten Platz bot, sich der Stelle näherte, wo wir unseren Jeep geparkt hatten. Helma. Noch einmal zerrten wir verzweifelt an unseren Fesseln und wimmerten und stöhnten in unsere Knebel. Vergebens! Dann schleppten Sie Helma herbei.



„Loslassen ihr Schufte. Was soll das, nehmt eure Pfoten von mir. Wo sind meine Ranger? Was habt ihr mit ihnen gemacht.“
Dann sahen wir unsere Chefin. Sie trug einen olivgrünen Safarianzug, wobei sie die Jacke offen gelassen hatte, so dass darunter eine beige Safaribluse zum Vorschein kam. Um den Hals trug sie ein Baumwolltuch mit Leopardenmuster. Zwei der Kerle hatten unsere Chefin an den Armen gepackt und zerrten sie zu der Stelle, wo wir gefesselt und geknebelt standen.
„Was soll das, warum haben Sie meine Ranger gesfesselt? Schneiden Sie sie Sie sie sofort los?“
Der dritte der Wilderer, der vorweg gegangen war, wandte sich jetzt zu ihr um und packte sie am Kinn.
„Jetzt hör zu M’Saib. Du kannst vielleicht den zwei Schlappschwänzen, die du als Touristenführer engagiert hast, Befehle erteilen, aber nicht uns. Die zwei Memmen wollten uns gefangen nehmen, und dem Älteren ist dabei vor Schreck das Gewehr aus der Hand gefallen. Er war zu feige, auf uns zu schießen.. Er hat sich lieber gefangen nehmen lassen, zusammen mit der anderen Schwuchtel.“
„Na und. Seien Sie froh. Wenn er geschossen hätte, würden Sie jetzt nicht mehr leben. Also sagen Sie, was Sie wollen““
Der Anführer der Wilderer lachte.
„Alle Achtung, die Lady hat Feuer und Mumm. Die ist eine anderes Kaliber als die zwei Schwuchteln.“
„Mag sein“, sagte einer der Männer die Helma gepackt hatten, „aber sie hat die Ranger auf  meinen Bruder gehetzt. Der sitzt jetzt im Gefängnis. Dafür soll sie büßen.“
„Ja, später vielleicht. Im Moment brauchen wir sie.“
„Sie brauchen mich. Wofür.“
„Hören Sie zu, Lady, wir haben gehört, dass Sie reiche Safarigäste erwarten. Die werden wir entführen und Lösegeld verlangen. Kapiert!“
„Was ? Sie wollen Susan und Tom Miller entführen. Niemals! Das lasse ich nicht zu!“
„Sie werden tun, was wir Ihnen sagen, M’Saib.“
„Und wenn ich mich weigere?“
„Das werden Sie nicht, M’am. Wir würden Sie fesseln uns knebeln und dann müßten Sie zusehen, was wir mit Ihren Guides anstellen. Das wollen Sie nicht sehen, glauben Sie mir!
„Also gut, was sollen wir tun.“
„Wir steigen jetzt alle in Ihren Jeep und holen Ihre Gäste ab. Sie sehen, ich und meine Leute tragen schon Rangeruniformen. Niemand wird sich wunderen, dass Sie mit bewaffnetem Begleitschutz fahren.“
„Der nichts Besseres zu tun hat, als uns zu kidnappen. Gut, Sie lassen uns keine Wahl. Schneiden Sie meine Leute los. Dann fahren wir.“
Wir hatten am Baum stehend dem Gespräch zwischen unserer Chefin und dem Anführer der Wilderer belauscht. Ich bewunderte Helma, die selbst als Gefangnene kaum Angst zeigte. Sie hatte den Banditen sichtlich Respekt eingeflösst, ganz anders als Jakob und ich, die von den Kerlen nur grenzenlose Verachtung zu spüren bekommen hatten. Die beiden Kerle hatten Helma losgelassen. Einer kam jetzt zu uns und schnitt unsere Fesseln durch.
„Los, in den Wagen. Sie und Ihre....hm....Männer setzen sich auf die mittlere Bank Einer meiner Männer fährt. Und keine Tricks.“
„Keine Sorge, Mister, versprechen Sie mir nur, dass Sie uns und den Millers nichts antun werden.“
„Ich verspreche gar nichts, M’am. Sie tun einfach alles was wir von Ihnen verlangen. Dann werden Sie drei und die anderen ihr kleines Abenteuer vielleicht überleben.“
„Na, das sind ja reizende Aussichten.“
Dann startete einer unserer Entführer den Jeep und wir fahren los.
„George, ich bin wirklich gespannt auf Ihre Erkärung, wie es zu dieser Situation eigentlich kommen konnte.“
„Helma ich, ich....“
„Nicht jetzt, George, später vielleicht...wenn es für uns ein später geben sollte.“
Dann schwiegen wir. Ich hätte gerne meinen Arm um meine Chefin gelegt, um sie irgendwie zu beschützen. Aber das wäre lächerlich gewesen. Wie sollte ich sie schon beschützen können? Die Banditen hatten darauf verzichtet, uns während der Fahrt zu fesseln. Wahrscheinlich waren sie sich sicher, dass Jakob und ich zu viel Angst hatten um irgend etwas zu riskieren. Und auch Helma würde nichts tun, was unsere Leben aufs Spiel sezten könnte. Der Plan der Banditen war so einfach wie genial. Sue und Tom Miller würden wegen der Rangeruniformen sicher keine Verdacht schöpfen und bedenkenlos in den Jeep steigen. Und dann hatten die Banditen uns alle in ihrer Gewalt.

I don't know how long I stood with Jakob tied and gagged to the tree. Again and again we made desperate attempts to loosen our bonds on  or to call for help through our gag. Useless. We wouldn't be able to warn our boss Helma or prevent her from being captured in any way. From the place where we stood we could see a piece of the road and at some point we saw the large safari jeep, which could accommodate up to ten people, approaching the place where we had parked our jeep. Helma. Once more we tugged desperately at our shackles and whimpered and moaned into our gag. In vain! Then you dragged Helma along.

"Let go of her scoundrels. What are you doing, take your paws off me. Where are my rangers? What have you done with them?
Then we saw our boss. She wore an olive green safari suit, leaving the jacket open so that a beige safari blouse appeared underneath. Around her neck she wore a cotton cloth with a leopard pattern. Two of the guys had grabbed our boss by the arms and dragged her to the place where we stood tied and gagged.
"What are you doing, why did you tie up my rangers? Do you cut them off you them immediately?
The third of the poachers who had gone ahead now turned to her and grabbed her by the chin.
"Now listen to M'Saib. You might be able to give orders to the two faggots you hired as tourist guides, but not to us. The two wimps wanted to take us prisoner, and the older one fell out of his hand with fright. He was too cowardly to shoot at us. He preferred to be captured, together with the other faggot." "So what.
"So what. Be glad. If he had shot, you wouldn't be alive now. So say what you want"".
The leader of the poachers laughed.
"All attention, the lady has fire and guts. She's a different caliber than the two faggots."
"Maybe," said one of the men who grabbed Helma, "but she chased the rangers on my brother. He is now in prison. She should pay for that."
"Yes, maybe later. Right now we need her."
"They need me. For what.
"Listen, lady, we've heard that you're expecting rich safari guests. We will kidnap them and demand a ransom. Gotcha!"
"What? They want to kidnap Susan and Tom Miller. Never! I won't let that happen!"
"You will do what we tell you, M'Saib."
"And if I refuse?"
"You will not, M'am. We would tie you up and gag us and then you would have to watch what we do with your guides. You don't want to see that, believe me!
"All right, what should we do?
"Now we all get into your jeep and pick up your guests. You see, me and my people are already wearing ranger uniforms. Nobody will be surprised that you drive with armed escort."
"Who has nothing better to do than kidnap us. Well, you leave us no choice. Cut my people loose. Then we go."
We had listened to the conversation between our boss and the leader of the poachers standing at the tree. I admired Helma, who even as a prisoner showed hardly any fear. She had visibly instilled respect in the bandits, quite unlike Jakob and me, who had felt only boundless contempt from the guys. The two guys had let Helma go. One of them came to us now and cut our shackles.
"Come on, get in the car. You and your...hm...men sit down on the middle bench One of my men drives. And no tricks."
"Don't worry, mister, just promise me you won't do anything to us and the Millers."
"I'm not promising anything, M'am. You just do everything we ask of you. Then maybe the three of you and the others will survive their little adventure.
"Well, those are lovely views.
Then one of our kidnappers started the jeep and we set off.
"George, I'm really looking forward to hearing from you how this situation actually came about."
"Helma me, I..."
"Not now, George, later maybe...if there should be a later one for us."
Then we remained silent. I would have liked to have put my arm around my boss to protect her somehow. But that would have been ridiculous. How should I be able to protect her? The bandits had renounced to tie us up during the ride. Probably they were sure that Jakob and I were too scared to risk anything. And Helma wouldn't do anything to put our lives at risk. The plan of the bandits was as simple as it was brilliant. Sue and Tom Miller wouldn't suspect anything because of the ranger uniforms and would get into the jeep without hesitation. And then the bandits would have us all at their complete mercy









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